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Schröpfgläser: ältestes Heilverfahren mit nachgewiesener Wirkung

Bestimmte Therapieformen sind uralt und bleiben auch in modernen Zeiten eine hilfreiche Massnahme, um Beschwerden und Schmerzen zu lindern. Dazu gehört auch das Schröpfen, das eine bessere Durchblutung fördert. Moderne Geräte gestatten heute eine vielseitige Anwendung und die Kombination des Schröpfens mit einer Massage. Vor der Anwendung ist beim Heilpraktiker jedoch immer eine eingehende körperliche Untersuchung notwendig. Übrigens: Das Schröpfen ist auch im Gesicht möglich. Alles zum Thema gibt es hier.

Was ist Schröpfen?

Das Schröpfen ist ein altes und traditionelles Naturheilverfahren und fand schon im antiken Griechenland Anwendung bei Therapien. Es ist ein klassisches Ausleitungsverfahren und wird in das trockene und blutige Schröpfen sowie die Schröpfkopfmassage unterschieden. Die Therapie kommt oft bei Gelosen zum Einsatz. Das sind tastbare Verhärtungen in der Unterhaut, die auf einen gestörten Blutfluss hinweisen. Das Schröpfen wirkt hier aktivierend und durchblutungsfördernd. Dabei werden Gläser auf die Haut gesetzt, in denen ein Unterdruck erzeugt wird. Innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin wird über Akupunkturpunkte an bestimmten Körperstellen geschröpft. Wenn du eine Selbstbehandlung anstrebst, eignet sich lediglich das trockene Verfahren. Bei dieser Form des Schröpfens wird der Unterdruck durch Wärme oder durch eine Vakuumpumpe erzeugt. Das blutige Schröpfen macht ein Therapeut, indem er die Stelle desinfiziert und die Haut mit einer dünnen Nadel einritzt. Beim Aufsetzen des Glases tritt dann Blut aus. Die Methode verbessert die Fliesseigenschaften der Lymphe und des Blutes.

Wie werden Schröpfgläser aus Glas und Acryl verwendet?

Für das Schröpfen verwendet der Therapeut Schröpfgläser, die meistens aus Glas, Silikon oder Acryl bestehen und auf deine Haut gesetzt werden. Sie erzeugen dort einen Unterdruck, der hilft, Verspannungen zu lösen. Die Schröpfgläser gibt es in verschiedenen Grössen, wobei sich die Materialstärke und der Durchmesser verschieden ausnehmen. Dünne Schröpfgläser kannst du auch im Sitzen verwenden. Die dickeren Modelle haben ein höheres Gewicht und sind in der liegenden Position angenehmer.

Beim Aufsetzen des Schröpfglases entsteht ein Vakuum, das den Unterdruck bewirkt. Das ist durch Spiritus auf einem Wattebausch möglich, der dann im Schröpfglas entzündet wird, oder durch eine Vakuumpumpe, die wie ein Gummiball aussieht. Das Schröpfglas saugt sich auf deiner Haut fest. Die Methode ist sehr gut mit einer Reflexzonenmassage kombinierbar.

Wozu ist das Schröpfen gut?

Das Schröpfen in moderner Anwendung ist in der Kombination mit einer Massage optimal dazu geeignet, Verspannungen zu lösen und die inneren Organe über Reflexzonen positiv zu beeinflussen. Es bleibt eine Alternative zu Akupunktur und Moxibustion. Bei dem Verfahren strömt beim Aufsetzen des Glases verstärkt Blut in den behandelten Bereich. Die Wirkung ist vielseitig. Innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sollen so krankmachende und schädliche Stoffe aus dem Körper hinausgeleitet und die Lebensenergie Qi harmonisiert werden. Aber auch langfristig gesehen, fördert das Schröpfen in sanfter Methode eine bessere Durchblutung, was auch den Lymphfluss und Stoffwechsel positiv beeinflusst.

Wie kann das Schröpfen mit einer Massage verbunden werden?

Positiv wirkt sich beim Schröpfen eine Reflexzonenmassage aus. Bei dieser Massage gilt es, bestimmte Punkte zu massieren und damit die Energiebahnen anzuregen, durch die zum einen die Lebensenergie fliesst und zum anderen eine Verbindung zu den jeweiligen Organen besteht. Beide Varianten, das Schröpfen und die Massage, sorgen für eine Linderung der Beschwerden. Bekannt ist auch die Schröpfkopfmassage. Bei dieser wird ein Schröpfglas über die mit Öl eingeriebene Haut bewegt. Das Verfahren wird auch Saugwellenmassage genannt.

Welches Zubehör benötige ich für das Schröpfen?

Du kannst Schröpfgläser in verschiedenen Materialien, Formen und Grössen kaufen. Neben den klassischen Modellen aus Glas eignen sich auch Schröpfgläser aus Acryl und Kunststoff. Für die Anwendung im Gesicht gibt es spezielle Geräte als Zubehör, die etwas anders aufgebaut sind. Es lohnt sich, die Haut vor der Anwendung mit einem Massagegerät aufzuwärmen, das über Noppen verfügt.

In der Regel sind Schröpfgläser bauchig und besitzen eine Vakuumpumpe oder im Zubehör einen Gummiball, die dann den Unterdruck erzeugen. Schröpfköpfe für die Massage wiederum sind meist aus Acryl und haben ein längliches und röhrenartiges Aussehen. Andere wirken wie eine Glocke. Für das Feuerschröpfen gibt es Modelle mit integriertem Docht. Oft bieten Hersteller als Zubehör auch ein Set mit Gläsern an, die einen unterschiedlichen Durchmesser haben. Für den Praxisbedarf und die Kombination mit einer Massage sind Faszientools, Massagewerkzeuge mit Noppen, Schutzauflagen und Massagemittel sinnvoll. Auch eine Wärmelampe sorgt für eine Entspannung der Haut.

Was ist Feuerschröpfen?

Beim Feuerschröpfen wird die klassische Methode angewendet, um Unterdruck im Glas zu erzeugen. Dafür wird ein Wattebausch mit Alkohol getränkt, der im Schröpfglas dann entzündet wird. Die Luft dehnt sich dabei aus, während nur ein geringer Teil entweicht. Die Flamme kann dann entfernt und das Glas auf deine Haut gesetzt werden. Das bewirkt, dass die Luft abkühlt und der Unterdruck mit der gewünschten Saugwirkung erzeugt wird. Beim Schröpfen bleiben die Schröpfgläser gute 20 Minuten auf der Haut. Dabei entstehen runde Blutergüsse, die nach wenigen Tagen wieder verschwinden.

Bei welchen Beschwerden kann das Schröpfen mit den entsprechenden Geräten angewendet werden?

Bei einer Massage oder beim Entspannen auf einer Liege bewirkt das Schröpfen positive Effekte für die Durchblutung. Das macht es sinnvoll für verschiedene Anwendungsgebiete, darunter:

  • Muskelverspannungen
  • Spannungskopfschmerzen und Migräne
  • Bronchialerkrankungen
  • Gallenerkrankungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Erkrankungen am Bewegungsapparat
  • Beschwerden bei der Verdauung
  • Bronchitis
  • Asthma
  • Hexenschuss
  • Schwächezustände
  • Neuralgien
  • Nierenerkrankungen