Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.
Vielleicht geht es dir wie den meisten von uns: Je mehr wir über ein bestimmtes medizinisches Thema lesen, desto misstrauischer werden wir unserem eigenen Körper gegenüber. Natürlich würde jeder gern wissen, ob sein Muskeltonus im normalen Rahmen liegt. Mit unseren heutigen technischen Möglichkeiten ist die Messung des Spannungszustands eines Muskels auch kein Problem.
Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, dass nicht die gesamte Muskulatur zu jeder Zeit denselben Ruhetonus hat. Wenn unsere Schultern vom stundenlangen Sitzen vor dem Bildschirm verkrampft sind, weisen sie beispielsweise eine viel höhere Muskelspannung auf als unsere Füsse. Von daher kann ein Arzt keinen „generellen Muskeltonus“ auf einer Skala messen.
Im Wachzustand sind immer irgendwelche Muskeln angespannt, auch wenn wir uns nicht bewegen. Selbst wenn es nur wenige Muskelfasern sind: Solange wir wach sind, ist immer ein gewisser Muskeltonus vorhanden. Sogar um einfach nur unseren Kopf aufrecht zu halten ist Muskelspannung notwendig.
Auch wenn wir einfach nur herumstehen oder auf einem Stuhl sitzen, müssen wir bestimmte Muskelpartien anspannen. Dieser passive Muskeltonus wird als Grundspannung oder Ruhetonus bezeichnet. Er ist die Voraussetzung für
Bei all unseren Aktionen bewegen wir viel mehr Muskeln, als wir glauben: Am Lachen sind beispielsweise bis zu 300 verschiedene Muskeln beteiligt.
In unserem Organismus gibt es glatte und quergestreifte Muskulatur. Sämtliches Muskelgewebe, das wir mit unserem Willen steuern können, besteht aus quergestreiften Muskeln. Je mehr wir die quergestreiften Muskelgruppen trainieren, desto stärker wird ihre Kraft. Der Prozentsatz der Muskelmasse und unser Energieumsatz steigen dadurch an. Die Funktionen des glatten Muskelgewebes (wie beispielsweise der Blutgefässe) können wir hingegen nicht beeinflussen. Sie werden von Stimulationen durch Hormone und verschiedene Nerven gesteuert – können aber medikamentös durch Muskelrelaxantien beeinflusst werden.
Wenn der Verdacht auf eine Störung des Muskeltonus (muskuläre Dystonie) besteht, wird ein Arzt die Muskelspannung untersuchen. Dazu überprüft er am liegenden Patienten die Bewegungen einzelner Gelenke. Dabei bewegt der Arzt die Gelenke passiv – ohne dass der Patient die Bewegungen selbst ausführt. Einen zu niedrigen Muskeltonus erkennt er daran, dass die Muskeln schlaff mitschwingen und keinerlei Widerstand gegen die von ihm verursachte Bewegung zeigen. Bei einem zu hohen Muskeltonus – wie beispielsweise bei einer Spastik – verstärken sich die Symptome durch die Eigenspannung der Muskeln, je schneller das Gelenk bewegt wird. Eine zu niedrige Muskelspannung wird als Hypotonie bezeichnet, eine zu hohe dagegen als Hypertonie.
Ein erhöhter Ruhetonus der Muskulatur hat unangenehme Folgen. Wahrscheinlich weisst du, wie sich ein verspannter Nacken anfühlt. Stell dir vor, dass sich diese Verspannung über deinen gesamten Körper erstreckt. Nicht nur, dass verspannte Muskeln die Beweglichkeit beeinträchtigen – es entsteht dabei häufig auch ein Kontrollverlust über die angespannten Muskelfasern (sensomotorische Amnesie).
Viele Menschen befinden sich heutzutage als Folge unserer modernen Lebensweise in einem permanenten Verspannungszustand. Erscheint beispielsweise der Chef auf der Bildfläche, ziehen sie automatisch die Schultern hoch: eine instinktive Schutzhaltung für den Kopf. Selbst wenn der Chef wieder verschwunden ist, bleiben sie oft in dieser Schutzhaltung ohne sich dessen bewusst zu sein: sensomotorische Amnesie, wie sie im Lehrbuch steht.
Obwohl die meisten Menschen heute eher unter Hypertonie leiden, gibt es auch Fälle von Hypotonie. Erwachsene Hypotoniker werden oft als antriebsarm bezeichnet. Allerdings haben viele gelernt, mit ihrem Handicap umzugehen und suchen deshalb keinen Arzt auf. Vielleicht sind sie in ihrem Bekanntenkreis als Menschen „mit zwei linken Händen“ oder gar als „Faulpelz“ bekannt. Sie kommen aber zumeist mit ihrem Leben zurecht.
Anders bei Kindern: Bei ihnen wird deutlicher, dass die Funktionen bestimmter Muskelgruppen nicht der üblichen Norm entsprechen. Babys in den ersten Monaten tun sich oft schwer damit, den Kopf zu heben. Später sind sie häufig tollpatschig und stossen öfters als andere gegen Hindernisse. In der Schule werden sie als unaufmerksam und unkooperativ wahrgenommen. Nichts davon ist richtig. Diese Kinder leiden unter einer komplexen Störung im Umgang mit ihrer körpereigenen Schwerkraft, die eine Lähmung ihrer Aktivitäten verursacht.
Wenn du bei deinem Kind eine muskuläre Hypotonie vermutest, solltest du seinen Muskeltonus vom Arzt untersuchen lassen. Ausser Ergotherapie und Physiotherapie eignet sich besonders die Sensorische Integrationstherapie, um das zugrunde liegende Wahrnehmungsproblem zu lösen. Gegen stressbedingte Hypertonie helfen Übungen von Feldenkrais oder Bobbard und progressive Muskelentspannung. Yoga und autogenes Training verhelfen dir zu einer besseren Selbstwahrnehmung. Dadurch kannst du deine Verspannungen besser lokalisieren und gezielter gegen sie vorgehen.
Das myofasziale Schmerzsyndrom (MSS) ist durch starke Schmerzen des Bewegungsapparates gekennzeichnet. Die Schmerzen entstehen durch eine Überbeanspruchung der Muskulatur und der umgebenden Strukturen. Im Gegensatz zur Fibromyalgie sind die Beschwerden jedoch lokal begrenzt. An den sogenannten Triggerpunkten sind die Muskeln verhärtet. Bei dem myofaszialen Schmerzsyndrom können weder Erkrankungen der Knochen noch der Gelenke oder der Muskulatur identifiziert werden. Ebenso findet sich meist keine neurologische Ursache. Das myofasziale Schmerzsyndrom ist eine chronische Erkrankung, die bei Männern und Frauen gleichermassen vorkommen kann. Im Alter tritt sie gehäuft auf. Mehr Wissenswertes zum Thema erhältst du hier.
Ob in der Medizin oder zur Unterstützung der mentalen Gesundheit: Ätherischen Ölen werden hilfreiche Eigenschaften nachgesagt. Wenn du ätherische Öle anwenden möchtest, dir aber nicht sicher bist, wie und wo du die aromatisch duftenden Flüssigkeiten einsetzt, kommt hier die passende Anleitung in sieben Schritten.
Du sitzt im Auto und willst rückwärts einparken. Plötzlich kannst du deinen Kopf nicht mehr nach rechts drehen, denn Nackenschmerzen verhindern die Bewegung. Ein steifer Nacken schränkt dich bei jeder Tätigkeit ein und jede Bewegung verursacht Schmerzen. Der Alltag im Büro, beim Einkaufen, selbst unter der Dusche wird zum Problem. Wir sagen dir, welche Übungen die leidigen Nackenverspannungen lindern oder lösen – so wird dir zukünftig kein steifer Nacken mehr den Tag verderben.
Viele Jahre lang wurde den Faszien in unserem Körper keine Beachtung geschenkt. Die meisten Menschen wussten nicht einmal, dass diese Strukturen existieren. Laut Schmerzspezialisten soll die Therapie der Faszien unter anderem akute und chronische Rückenschmerzen positiv beeinflussen. Das ist durchaus ein Grund, sich näher mit den Faszien und deren Stimulierung auseinanderzusetzen.
Du bist ein Fan von Massagen und immer auf der Suche nach den angesagtesten Trends und Neuheiten? Eine der interessantesten Erfindungen in der jüngsten Zeit sind Massagepistolen. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt, verschafft dir ein intensives Massageerlebnis. Besonders wenn du unter tief liegenden Verspannungen leidest, werden diese durch Massagepistolen ideal behandelt. Und auch, wenn du einfach intensive Massagen magst, ist eine Massagepistole bald nicht mehr aus deinem Leben wegzudenken. Für Sportler ist das Massagegerät unentbehrlich, um für eine schnellere Regeneration zu sorgen. Verschiedene Aufsätze machen Massagepistolen vielseitig einsetzbar und zum perfekten Partner für jeden Masseur.
Verschiedene fernöstliche Lehren sind sich einig: An den Füssen soll es Reflexzonen geben, die mit anderen Körperzonen in Verbindung stehen. Wenn man die Fussreflexzonen massiert, kann man nach dieser Lehre die jeweiligen Organe anregen. Deshalb wird die Fussreflexzonenmassage begleitend eingesetzt, um zum Beispiel Schmerzen zu lindern oder die Entspannung zu fördern. Wir erklären, was es mit den Fussreflexzonen auf sich hat und wie du ihre Kraft für dich nutzen kannst.